Ringbuchmechaniken: EU-Kommission eröffnet neues Antidumpingverfahren
Von: boss tickerUnter dem etwas sperrigen Titel „Bekanntmachung der Einleitung eines Antidumpingverfahrens betreffend die Einfuhren bestimmter Ringbuchmechaniken mit Ursprung in Thailand“, veröffentlicht unter dem Datum 20. Mai im Amtsblatt der EU, Ausgabe C 131/13, Seiten 15-18, hat die EU-Kommission ihren Willen bekräftigt, das Thema Ringbuchmechaniken weiter auf der Tagesordnung zu behalten. Hintergrund ist ein am 6. April eingereichter Antrag mehrerer europäischer Hersteller, „auf die mit mehr als 50 % ein erheblicher Teil der gesamten Unionsproduktion bestimmter Ringbuchmechaniken entfällt“. Der Hinweis auf das Ursprungsland Thailand zeigt, dass man damit in erster Linie auf das Unternehmen Thai Stationery Industry, eine 100%-ige Tochter des chinesischen Herstellers Wah Hing, zielt. Mit der Einleitung des Verfahrens ist allerdings noch nicht gesagt, dass es auch zu einem Antidumpingzoll kommen wird. Der Zeitplan sieht lediglich vor, dass alle von dem Verfahren betroffenen Hersteller bzw. Einführer der Waren in den EU-Raum binnen 15 Tagen nach Veröffentlichung im Amtsblatt einen Fragebogen anfordern und diesen binnen 37 Tage wieder an die EU-Kommission zurück senden müssen. Darin müssen Auskünfte über die Mengen (in Stück) sowie den Wert (in Euro) der im Zeitraum April 2009 bis März 2010 eingeführten Waren gemacht werden. Insgesamt hat die EU-Kommission dann maximal 15 Monate bis zu einem abschließenden Urteil Zeit, vorläufige Antidumpingmaßnahmen können auch schon neun Monate nach Veröffentlichung der Bekanntmachung erlassen werden.

